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August 2019 – Zahnpflege bei pflege­bedürftigen Menschen

Wenn ältere Menschen pflegebedürftig werden, wirkt sich dies in aller Regel auch auf die Zahn- und Mundhygiene aus. Diese funktioniert leider nicht mehr so reibungslos wie früher. Deshalb sollten Senioren und ihre Angehörige verstärkt auf bestimmte Dinge achten. Gerade bei älteren Menschen ist eine gute Mundhygiene wichtig, weil Mundgesundheit, Wohlbefinden und Allgemeingesundheit in engem Zusammenhang stehen. Gesund beginnt im Mund – das gilt insbesondere für diese Patientengruppe.

Einige Hinweise und Tipps zur Zahn- und Mundhygiene:

  • Eingeschränkte Zahnpflege: Ältere Menschen leiden häufig unter motorischen Einschränkungen ihrer Arme und Hände. Sie können daher die beim Zähneputzen notwendigen feinen Bewegungen oft nicht mehr ausführen. Eine elektrische Zahnbürste kann hier eine wichtige Hilfe sein. Sie führt die Putzbewegungen teilweise automatisch aus und nimmt dem Benutzer einen Grossteil der schwierigen Feinarbeit ab. Ausserdem ist der Griff einer elektrischen Bürste meist dicker und lässt sich leichter halten.
  • Mundgesundheit fördert Allgemeingesundheit: Sehr viele ältere Patienten mit noch vorhandenen eigenen Zähnen leiden an einer Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates). Hier besteht ein enger Zusammenhang zu allgemeinen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Herzinfarkt und Schlaganfall) sowie Diabetes und Arthritis. Eine gute Mundhygiene trägt dazu bei, allgemeingesundheitliche Risiken zu verringern. Dazu sollte auch die regelmässige Dentalhygiene gehören: Sie unterstützt die Allgemeingesundheit, denn dabei werden Bakterien entfernt und somit entzündliche Prozesse im Mund vermindert.
  • Kontrolle des gesamten Mundes: Erkrankungen von Zähnen, Veränderungen an Zahnfleisch und Mundschleimhaut oder Probleme durch Zahnersatz wie Druckstellen werden von älteren Patienten manchmal erst spät oder gar nicht wahrgenommen und mitgeteilt. Auf eventuelle Veränderungen sollten pflegende Angehörige bei der täglichen Mundhygiene besonders achten.
  • Mundtrockenheit: Ältere Menschen leiden oft an Mundtrockenheit. Ein trockener Mund vermindert die Selbstreinigung der Zähne, begünstigt Erkrankungen und führt darüber hinaus zu Mundgeruch. Achten Sie daher auch aus diesen Gründen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Prothesenreinigung: Herausnehmbare Prothesen müssen nach jedem Essen, mindestens jedoch zweimal täglich gereinigt werden. Benutzen Sie dafür eine weiche Zahnbürste oder spezielle Prothesenbürste. Verwenden Sie keine normale Zahnpasta. Diese könnte die Oberfläche der Prothese aufrauen und damit die Anhaftung von Belägen begünstigen. Nehmen Sie stattdessen ein mildes Reinigungsmittel aus der Apotheke bzw. Drogerie oder normale Flüssigseife.
  • Kontrolltermine in der Praxis: Auch ältere Patienten sollten in regelmässigen Abständen Kontrolltermine wahrnehmen. Die sind besonders wichtig, um Erkrankungen und andere Probleme zu erkennen und entsprechend rechtzeitig eingreifen zu können.

Sie sollten sich unmittelbar in der Praxis melden, wenn Sie folgende Symptome feststellen:

  • Blutungen, Schwellungen, Rötungen, Berührungsempfindlichkeit des Zahnfleischs
  • Veränderungen / Verfärbungen an Zähnen oder Schleimhäuten
  • Nicht abheilende Wunden im Mund
  • Schmerzen im Bereich der Zähne, Kaumuskeln, Kiefer, Kiefergelenke
  • Druckstellen durch Zahnprothesen
  • Beschädigte oder schlechtsitzende Prothesen

 

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